Ernüchternder Rückblick - Therapie-Sport-Spa

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Ernüchternder Rückblick

     
  
Nach 25 Jahren in der  Physiotherapie

Die Physiotherapie im ambulanten Bereich ist ein schöner Arbeitsplatz, wenn man als Arbeitnehmer/in nicht davon leben muss. Warum? Dann lesen Sie weiter.



25 Jahre Arbeit in der Physiotherapie hinterlassen eine ernüchternde Bilanz. Mein Werdegang begann in einer Kurklinik, führte weiter über verschieden ambulante Praxen wie auch einigen Therapie/ Sporteinrichtungen ging es dann weiter bis hin zur Selbständigkeit. "Freie ambulanten Praxen" die den Gebührenvorgaben der gesetzlichen Krankenkassen ausgeliefert sind, könnten nur von ihrem eigentlichen Aufgabenbereich nicht wirtschaftlich existieren. Was den/ die Betreibern/innen nicht zu stören scheint. Es werden notwendige Zusatzeinkünfte generiert. Statt kräftig um angemessene Tarife zu streiten, wird noch effektiver organisiert und auf fehlendes Personal hingewiesen. Der existierende Kostendruck der Kassen wird an die unterbezahlten Arbeitnehmer/innen abgewälzt. "Ich kann Ihnen nicht mehr zahlen.", Das hörte ich nicht nur einmal.

JA, warum denn wohl?!

Es werden Kollegen/innen zu Bedingungen gesucht, die wirtschaftlich für gut qualifizierte Kollegen/innen unzumutbar sind. Begrüßenswert sind die zahlreichen Aktionen von Kollegen/innen um auf die oben genannten Missstände aufmerksam zu machen. Warum erst jetzt?!

Seit 25 Jahren und länger ergreifen viele den Beruf, weil sie davon ausgehen, davon leben zu können. Der Therapiebereich ist ein verantwortungsvoller Arbeitsplatz. Es sollte schon vor der Ausbildung aufgeklärt werden, dass nur Anstellungen bei Arbeitgebern mit tariflicher Bezahlung oder die eigene Selbständigkeit mit mindestens 5 unterbezahlten Angestellten das Überleben sichert. Ist das der Untergang der ambulanten Physiotherapie?



Als selbständiger Physiotherapeut ist dann festzustellen, dass Patienten der gesetzlichen Krankenkassen keine gute Bilanz verschaffen. So wie bei den Kollegen/innen müssen andere Einnahmemöglichkeiten geschaffen werden.

Traurig, dass man solche Erfahrungen machen musste. Es waren erfüllte, sinnvolle und prägende Arbeitsjahre. Nun muss man einer "Minirente" und Altersarmut entgegensehen. Denn das ist das Ergebnis eines aufopfernden Arbeitslebens im Therapiebereich.
Leider kann man die Zeit nicht zurückdrehen. Ein vernünftiges Auskommen und gute Rente sollte mindestens möglich sein, da es sonst für Arbeitnehmer/innen kaum wirtschaftlich/ attraktiv ist und den Fachkräftemangel fördert.

Text: the-spo-spa e.K.
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